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Stefan Müller, Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Universität zu Köln
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Institut für Chemiedidaktik
Herbert-Lewin-Straße 2
D-50931 Köln

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Forschungsthema

Resistente Mythen über die naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung: Ursprünge und Möglichkeiten der Korrektur in der Lehrerbildung

Den Bildungsstandards im Fach Chemie der Kultusministerkonferenz zufolge ist es Ziel naturwissenschaftlicher Grundbildung, „die Sprache und Historie der Naturwissenschaften zu verstehen, ihre Ergebnisse zu kommunizieren sowie sich mit ihren spezifischen Methoden der Erkenntnisgewinnung und deren Grenzen auseinander zu setzen.“ (KMK, 2005)

Studien zeigen allerdings, dass sowohl Lernende als auch Lehrende zumeist naive Vorstellungen über die Grundlagen naturwissenschaftlicher Arbeits- und Denkweisen sowie die damit verbundenen Werte und Einstellungen zu naturwissenschaftlicher Erkenntnis und ihrer Entwicklung besitzen, deren Beschreibung in der fachdidaktischen Literatur auch unter dem Begriff NOS [Nature of Science] zusammengefasst wird.

Inzwischen sind eine Vielzahl von kontextualisierten und dekontextualisierten Ansätzen und Aktivitäten zur Förderung des Verständnisses über NOS entwickelt und erprobt worden. Aktuelle Forschungsergebnisse belegen, dass manche Mythen über die naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung durch entsprechende Ansätze schwieriger zu verändern sind als andere, so zum Beispiel die Eingebundenheit der Erkenntnisse in einen sozialen und kulturellen Kontext sowie die Vorläufigkeit naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Neben der Frage, woher die Mythen und ihre Resistenz rühren, ist noch ungeklärt, wie sie sich mithilfe von dekontextualisierten Ansätzen sowie fachlichen Kontexten aus dem Chemieunterricht kompetenzorientiert und anwendungsbezogen revidieren lassen.

Ziel meines Promotionsprojektes ist es entsprechend die Ursprünge der resistenten Mythen über die naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung zu ergründen und Lernarrangements für die Lehrerbildung zu konzipieren, in denen sowohl neue als auch bereits erprobte Aktivitäten und fachliche Kontexte genutzt werden, um bei angehenden Lehrpersonen ein adäquates Verständnis über NOS zu fördern, welches sich im Sinne der Kompetenzorientierung im Rahmen von Chemieunterricht entfaltet und somit auf die Lernenden zurückwirkt.