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Dr. Stefan Müller, Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Universität zu Köln
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Institut für Chemiedidaktik
Herbert-Lewin-Straße 2
D-50931 Köln

Raum 0.14
Telefon: +49 221 470-4990
Fax: +49 221 470-4949
s.muellerSpamProtectionuni-koeln.de

ORCID-ID

Research Gate

Forschungsschwerpunkte

Forschungsschwerpunkt 1:  Resistente Mythen über die naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung: Untersuchung der Ursprünge und Entwicklung von Fördermöglichkeiten für die Chemielehrer*innenbildung und den Chemieunterricht

Den Bildungsstandards im Fach Chemie der Kultusministerkonferenz zufolge ist es Ziel naturwissenschaftlicher Grundbildung, „die Sprache und Historie der Naturwissenschaften zu verstehen, ihre Ergebnisse zu kommunizieren sowie sich mit ihren spezifischen Methoden der Erkenntnisgewinnung und deren Grenzen auseinander zu setzen.“ (KMK, 2005)

Studien zeigen allerdings, dass sowohl Lernende als auch Lehrende zumeist naive Vorstellungen über die Grundlagen naturwissenschaftlicher Arbeits- und Denkweisen sowie die damit verbundenen Werte und Einstellungen zu naturwissenschaftlicher Erkenntnis und ihrer Entwicklung besitzen, deren Beschreibung in der fachdidaktischen Literatur auch unter dem Begriff NOS [Nature of Science] zusammengefasst wird.

Inzwischen sind eine Vielzahl von kontextualisierten und dekontextualisierten Ansätzen und Aktivitäten zur Förderung des Verständnisses über NOS entwickelt und erprobt worden. Aktuelle Forschungsergebnisse belegen, dass manche Mythen über die naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung durch entsprechende Ansätze schwieriger zu verändern sind als andere, so zum Beispiel Vorstellungen über die Eingebundenheit der Erkenntnisse in einen sozialen und kulturellen Kontext sowie Konzepte über die Vorläufigkeit naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Neben der Frage, woher die Mythen und ihre Resistenz rühren, ist noch ungeklärt, wie sich mithilfe von dekontextualisierten Ansätzen sowie fachlichen Kontexten aus dem Chemieunterricht ein adäquates und kompetenzorientiertes Verständnis fördern lässt.

Ziel meiner Forschung ist es entsprechend die Ursprünge der resistenten Mythen über die naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung zu ergründen und Lernarrangements für die Chemie*lehrerinnenbildung sowie den Chemieunterricht zu konzipieren, in denen sowohl neue als auch bereits erprobte Aktivitäten und fachliche Kontexte genutzt werden, um ein adäquates Verständnis über NOS zu fördern. Auf diese Weise soll Lernenden eine aktive Partizipation in aktuellen, öffentlichen Diskussionen um die Glaubwürdigkeit naturwissenschaftlicher Erkenntnisse ermöglicht werden.

 

Forschungsschwerpunkt 2: "e-lement" (e-learning entwickeln mitsamt Evaluation durch neue Techniken)

Im Rahmen des Moduls "e-lement" erstellen Masterstudierende digitale Lernumgebungen zu ausgewählten Themen des Chemieunterrichts und evaluieren diese anschließend wissenschaftlich mithilfe von Methoden der empirischen Sozialforschung. Ziel ist es dabei, die Studierenden von reinen Konsumenten neuer Technologien zu aktiven Gestaltern digitaler Werkzeuge für den eigenen Chemieunterricht zu machen. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Veröffentlichungen

Müller, S. & Reiners, Ch. S. (2022). Vorläufigkeit und soziokulturelle Eingebundenheit. In S. Habig & H. van Vorst (Hrsg.), Unsicherheit als Element von naturwissenschaftsbezogenen Bildungsprozessen (S. 176–179), Virtuelle GDCP Jahrestagung 2021. Duisburg-Essen: GDCP.

Reiners, Ch. S., Marniok, K. & Müller, S. (2022). Das Säure‐Base‐Konzept von Ussanowitsch – ein vergessener Vordenker des Donator‐Akzeptor‐Prinzips. CHEMKON, 29(2), 57–63. https://doi.org/10.1002/ckon.202000026.

Müller, S. (2021). Die Vorläufigkeit und soziokulturelle Eingebundenheit naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Kritische Reflexion, empirische Befunde und fachdidaktische Konsequenzen für die Chemielehrer*innenbildung. Berlin: Logos Verlag. Studien zum Physik- und Chemielernen, Band 317

Müller, L., Müller, S. & Reiners, Ch. S. (2021). Digitale Lernwelten ohne Programmierkenntnisse erstellen. CHEMKON, 28(6), 257–259. https://doi.org/10.1002/ckon.202100001.

Müller, S. & Reiners, Ch. S. (2021). Ist chemisches Wissen vorläufig oder beständig oder beides? – Untersuchung der Vorstellungen von Lehramtsstudierenden über die Vorläufigkeit von Erkenntnissen in der Chemie. CHEMKON, 28(5), 187-195. https://doi.org/10.1002/ckon.201900080.

Müller, S., Reiners, Ch. S. & Schmitz, L. (2021). e-lement: e-learning entwickeln mitsamt Evaluation durch neue Technik. In S. Habig (Hrsg.), Naturwissenschaftlicher Unterricht und Lehrerbildung im Umbruch? (S. 529–532), GDCP-Online-Jahrestagung 2020. Duisburg-Essen: GDCP.

Müller, S. & Reiners, Ch. S. (2020). Tentativeness and Sociocultural Embeddedness – Resistant Myths about Nature of Science. In O. Levrini & G. Tasquier (Hrsg.), Electronic Proceedings of the ESERA 2019 Conference. The  Beauty  and  Pleasure  of  Understanding:  Engaging  with  Contemporary Challenges Through Science Education (S. 760–769). Bologna: ALMA MATER STUDIORUM – University of Bologna.

Müller, S. & Reiners, Ch. S. (2020). Die "BlackTube" - Die Entdeckung chemischer Gesetze und Gesetzmäßigkeiten spielerisch nachvollziehen. Chemie & Schule, 35(2), 11-14.

Reiners, Ch. S., Schmitz, L. & Mueller, S. (2020). Developing and Assessing E-Learning Settings by Digital Technologies. In M. Ludwig, S. Jablonski, A. Caldeira, & A. Moura (Hrsg.), Research on Outdoor STEM Education in the digiTal Age (S. 213-216), Proceedings of the ROSETA Online Conference in June 2020. Münster: WTM. https://doi.org/10.37626/GA9783959871440.0.28

Müller, S. & Reiners, Ch. S. (2020). Verständnisfördernde Lernarrangements zu ausgewählten NOS-Aspekten. In S. Habig (Hrsg.), Naturwissenschaftliche Kompetenzen in der Gesellschaft von morgen (S. 150-153), GDCP-Jahrestagung in Wien 2019. Duisburg-Essen: GDCP.

Müller, S. & Reiners, Ch. S. (2019). Resistente Vorstellungen von Lehramtskandidaten über Nature of Science. In C. Maurer (Hrsg.), Naturwissenschaftliche Bildung als Grundlage für berufliche und gesellschaftliche Teilhabe (S. 58-61), GDCP-Jahrestagung in Kiel 2018. Regensburg: GDCP.

Liebig, S., Billetter, H., Wallraff, T., Busch, S., Müller, S. & Ruschewitz, U. (2016). Three Inter-Alkali Metal Acetylides: KNaC2, KRbC2, and NaRbC2: Syntheses, Crystal Structures, and Structural Systematics, Z. Anorg. Allg. Chem., 642, 66-72.